Projekt-Informationen Online-Datenbank

Die akademische Ortsnamenforschung im Kanton St. Gallen hat eine lange Geschichte. 1954 fassten der Germanist Stefan Sonderegger und der Romanist Gerold Hilty den Plan, ein St. Galler Namenbuch zu schaffen. Da beide bald Professoren an der Universität Zürich wurden, blieb ihnen nur noch wenig Zeit für das Namenbuch, doch konnten sie zahlreiche Studenten für eine Mitarbeit gewinnen. In den Jahren 1962‒1988 wurde im SNF-Projekt St. Galler Namenbuch unter der Leitung von Bernhard Hertenstein eine umfangreiche Namensammlung angelegt. Daneben entstanden Dissertationen von Thomas Arnold Hammer (Rheintal), Werner Camenisch (romanische Namen im Sarganserland), Lucie Bolliger Ruiz (romanische Namen in Sargans), Julia Kuhn (romanische Namen von Walenstadt und Quarten), Martin Arnet (Gemeinde St. Gallen), Gabrielle Schmid (Obertoggenburg) sowie die Namenbücher St. Galler Namenbuch – Romanistische Reihe (5 Bde.) von Hans Stricker und Valentin Vincenz sowie das Werdenberger Namenbuch von Hans Stricker (vgl. Toponomastische Literatur zum Kanton St. Gallen).

2001‒2005 führte das SNF-Projekt Datenbank der Schweizer Namenbücher unter der Leitung von Eugen Nyffenegger in Kreuzlingen die Daten dieser Projekte in einer elektronischen Datenbank zusammen. Sie umfasst heute 66'071 Toponyme, deren Grunddaten alle bei ortsnamen.ch einsehbar sind.

Von 2009 bis 2016 wurden im Projekt Die Siedlungsnamen des Kantons St. Gallen sämtliche 8'800 Siedlungsnamen, davon etwa tausend (räto-)romanischer Herkunft, gedeutet. Geleitet wurde das Projekt von Eugen Nyffenegger und ab 2012 von Elvira Glaser (Universität Zürich). Die Redaktion der deutschen Namen oblag Kevin Severin Müller, Judith Schwanke, Stefan Würth, Vanessa Huber und Susanne Oberholzer, jene der Namen mit rätoromanischen Wurzeln Tania Paciaroni und Linda Steiner. Seit Februar 2016 läuft an der Universität Zürich das auf sechs Jahre angelegte Nachfolgeprojekt Die Flurnamen des Kantons St. Gallen, in dessen Rahmen Etymologien zu den auf der 1:25'000-Landeskarte verzeichneten Flurnamen erarbeitet werden (mit Ausnahme der schon bearbeiteten Namen von Werdenberg, dem Obertoggenburg und der Gemeinde St. Gallen). Im Rahmen dieses Projekts konnte die bestehende Datensammlung um 22'179 historische Namenbelege v.a. zu Namen aus den Wahlkreisen See-Gaster und dem Wahlkreis Sarganserland auf jetzt insgesamt 144'378 Belege erweitert werden. In der ersten Laufzeit von Februar 2016 bis Januar 2019 unter der Projektleitung von Elvira Glaser bestand die Redaktion aus Linda Steiner (Romanistik) und Stefan Würth (Germanistik), während Albert Holenstein und Don Sebastian die historische Dokumentation bearbeiteten und abschlossen. Am 1. Februar 2019 übernahmen Simone Berchtold Schiestl und Ludwig Rübekeil die Projektleitung. Die Redaktion wurde durch den Doktoranden Elia Ackermann (Indogermanistik und Germanistik) und die Hilfswissenschafterin Annemarie Hartman (Germanistik) verstärkt. Das Projekt wird im Januar 2022 abgeschlossen sein. Etymologische Deutungen der im Projekt bearbeiteten unbesiedelten oder siedlungsübergreifenden Orte (wie Flurnamen, Gewässernamen, Geländenamen und Raumnamen), die auf der 1:25'000-Karte verzeichnet sind, sowie aller Siedlungsnamen werden dann über ortsnamen.ch abrufbar sein.

Steuergruppe

Die Arbeiten am Projekt werden von einer kantonalen Steuergruppe begleitet und unterstützt:

  • Cornel Dora (Stiftsbibliothekar St. Gallen)
  • Lukas Gschwend (Prorektor Lehre Universität St. Gallen)
  • Stefan Gemperli (Staatsarchivar St. Gallen)
  • Patrick Fäh (Kantonsgeometer St. Gallen)
  • Peter Masüger (Präsident St. Galler Namenkommission)

Finanzierung

Finanziert wird das Projekt zu den Flurnamen (wie zuvor das Siedlungsnamenprojekt) etwa hälftig einerseits durch den Schweizerischen Nationalfonds und andererseits durch den Lotteriefonds des Kantons St. Gallen und folgende regionale Drittmittelgeber:

  • Verband St. Galler Ortsgemeinden
  • Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten
  • Walter und Verena Spühl-Stiftung
  • Hans und Wilma Stutz Stiftung
  • Verein Kultur Toggenburg
  • Verein Südkultur

Kontakt

SNF-Projekt Die Flurnamen des Kantons St. Gallen

Stefan Würth
Deutsches Seminar
Schönberggasse 2
8001 Zürich
Raum: SOG A08
Tel. 044 634 57 63
Fax 044 634 49 05
www.ds.uzh.ch/p/wuerth
www.ds.uzh.ch/de/projekte/stgallenflurnamen.html