Geschichte des Projektes
Eine erste Schaffhauser Namensammlung veröffentlichte Dr. Johannes Meyer 1868 in Der Unoth – Zeitschrift für Geschichte und Alterthum des Standes Schaffhausen. Nach der Jahrhundertwende erforschte Gottfried Walter das Namensgut des Kantons und publizierte 1912 das beachtliche Bändchen Die Orts- und Flurnamen des Kantons Schaffhausen. Das Werklein verzeichnet offensichtlich alle Walter bekannte Namen und zeugt von intensiven Studien des Schaffhauser Urkundenbestandes im Staatsarchiv.
1919 setzte die Regierung erstmals eine Flurnamenkommission ein, zum Schutz und zur Verwaltung des Namengutes. Feldforschungen erfolgten im Zusammenhang mit den Güterzusammenlegungen ab etwa 1925, zuerst durch das 1961 geschaffene Vermessungsamt, sehr systematisch dann durch das Gespann Wanner/Knecht ab 1948. Dr. Hermann Wanner und Dr. Theodor Knecht nutzten die jüngeren Güterzusammenlegungen zur intensiven Befragung von Flurnamenkundigen in Flur und Wald, begaben sich zu diesem Zweck in die Gemeinden, hielten die Aussprache phonetisch fest und systematisierten die Schreibregeln in den Gemeinden, die sie zur Bearbeitung zugewiesen bekamen.
Leider umfasst diese wissenschaftlich fundierte Aufnahme nur einen Teil des Kantons, ist aber Vorbild für die heute tätige Flurnamenkommission, die auch nicht vom Schreibtisch aus entscheidet, sondern mit einem pro Gemeinde individuell zusammengestellten Kreis von örtlichen Gewährsleuten zusammenarbeitet. Die Flurnamenkommission, die sich 1996 zu Beginn der Revisionsarbeiten aus Kantonsgeometer Richard Ammann als Präsident, Kartograph Joseph Halytskyj als Sekretär und den wissenschaftlichen Experten Dr. Alfred Richli (Germanist) und Dr. Eduard Joos (Historiker) zusammensetzte, erfuhr nach dem altersbedingten Ausscheiden von Alfred Richli eine wertvolle Ergänzung in Alfred Wüger (Linguist).
1946 bot sich Dr. Theodor Knecht der Regierung gegenüber an, ein Schaffhauser Flurnamenbuch zu erarbeiten. Erste Vorarbeiten erfolgten, das Projekt gedieh indes nicht über eine beachltiche Sammlung von Karteikarten hinaus, welche die Flurnamenkommission nach dem Tod von Theodor Knecht sicherstellen konnte.
Im Jahr 2005 hat ein Komitee einen Antrag für das Projekt Die Orts- und Flurnamen des Kantons Schaffhausen an das Schaffhauser Erziehungsdepartement gestellt. Das Komitee besteht aus Mitgliedern des Historischen Vereins des Kantons Schaffhausen, des Schaffhauser Mundartvereins und der kantonalen Flurnamenkommission. Der Umfang des Materials besteht aus ca. 9'600 Orts- und Flurnamen, die in einem zweibändigen Werk mit ca. 1'400 Seiten wissenschaftlich dargestellt werden sollen.
Im Jahr 2006 wurde der Verein zur Herausgabe des Schaffhauser Flurnamenbuches gegründet. Der Präsident des Vereins ist Dr. Eduard Joos. Der Verein bezweckt die Herausgabe des Schaffhauser Flurnamenbuches in Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Namenbuch in Kreuzlingen unter der Leitung von Dr. Eugen Nyffenegger. Das Projekt wird von einem wissenschaftlichen Kuratorium unterstützt. Die Mitglieder des Kuratoriums sind Frau Prof. Dr. Elvira Glaser (Fachexpertin der Universität Zürich), Dr. Roland E. Hofer (Kulturbeauftragter des Kantons Schaffhausen), Dr. Eduard Joos (Präsident des Vereins zur Herausgabe des Schaffhauser Flurnamenbuches) und Dr. Eugen Nyffenegger (Thurgauer Namenbuch, Projektleiter).
Im Jahr 2006 wurde das Projekt vom Regierungsrat Schaffhausen genehmigt und wird seit 2007 vom Schweizerischen Nationalfonds finanziell unterstützt. Das Ende des Projekts ist im Jahr 2013 vorgesehen. Im Herbst 2007 hat der Mitarbeiter des Thurgauer Namenbuches lic. phil. Stefan Würth die elektronische Bearbeitung der Schaffhauser Namendatenbank angefangen.
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